26. Philosophicum Lech

ALLES WIRD GUT
Zur Dialektik der Hoffnung

19. – 24. September 2023, Lech am Arlberg

Was dürfen wir hoffen? Immanuel Kants berühmte Frage müsste heute umformuliert werden: Dürfen wir überhaupt noch hoffen? Angesichts einer krisengeschüttelten Welt, in der sich Nachrichten über Klimakatastrophen, Kriege, zusammenbrechende Versorgungssysteme und Pandemien überbieten, scheint kein Platz mehr für jene Hoffnung, die sich in optimistischen Erwartungen, lichtvollen Utopien und Visionen vom ewigen Frieden zeigten.

Hoffnung war immer schon ein zweischneidiges Schwert. Hoffnung ist das, was bleibt, wenn nichts mehr getan werden kann. Hoffnung ist aber auch das, was uns in finsteren Zeiten aufrecht erhält und an eine Zukunft glauben lässt. Hoffnung kann ein falscher Trost für Menschen sein, die man schon aufgegeben hat, Hoffnung kann aber auch dem Kraftlosen noch den Mut zum Weiterleben ermöglichen. Hoffnung kann zur Untätigkeit verurteilen, Hoffnung kann zur Aktivität anstacheln, Hoffnung kann den Opportunismus befördern, sie kann aber auch den Widerstand entfachen.

Das Leben des modernen Menschen, das grundsätzlich zukunftsorientiert ist, ist grundiert von Hoffnungen. Dass es einen Fortschritt gäbe, dass neue Technologien wie die Künstliche Intelligenz eine bessere Welt ermöglichen werden, dass die Klimaziele erreicht werden können, dass soziale Ungleichheit beseitigt, gerechtere Verhältnisse geschaffen sowie Rassismus und Sexismus besiegt werden können, dass Krankheiten dank des medizinischen Fortschritt eliminiert und die Lebenspanne des Menschen immer weiter verlängert werden kann, bis zur Unsterblichkeit – all das sind angesichts der Wirklichkeit Ausdruck mehr oder weniger vager Hoffnungen. Wie begründet diese Hoffnungen sind oder ob uns diese Hoffnungen in die Irre leiten und zu einem falschen, getrübten Blick auf die Welt führen, ist Gegenstand heftiger Debatten. Der Schatten, der jede Hoffnung begleitet, ist die enttäuschte Hoffnung. Auch diese kann heftige, aber negative Energien freisetzen.

Alles wird gut. Ob dieser Satz seine Berechtigung hat oder nur ironisch verstanden werden kann – darüber werden beim 26. Philosophicum Lech Vortragende aus Philosophie, Sozial- und Kulturwissenschaften und benachbarten Disziplinen referieren und mit dem Publikum diskutieren.


Konrad Paul Liessmann
Wissenschaftlicher Leiter Philosophicum Lech

 

Die Anmeldung zum heurigen Symposium ist ab Montag, den 3. April auf www.philosophicum.com möglich.

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