Meilenstein für den Hochwasserschutz: Projekt Hochwasserschutz Feldkirch abgeschlossen

Nach rund vier Jahren Bauzeit ist das Projekt Hochwasserschutz Feldkirch erfolgreich abgeschlossen. Mit der Aufweitung der Kapfschlucht sowie dem Neubau der Heilig-Kreuz-Brücke und der Montfortbrücke wurde ein zentrales Nadelöhr der Ill entschärft. Die Feldkircher Innenstadt erhält dadurch einen zeitgemäßen Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser (HQ100).

Mit dem Abschluss dieses Projekts ist eines der bedeutendsten Infrastruktur- und Hochwasserschutzprojekte in der Geschichte der Stadt Feldkirch verwirklicht. Während der rund vierjährigen Bauzeit wurde einer der größten Engpässe der Ill nachhaltig beseitigt und gleichzeitig zentrale Infrastruktur im Bereich der Kapfschlucht erneuert und aufgewertet.

„Mit dem Abschluss dieses Projekts ist ein wichtiger Meilenstein für die Sicherheit unserer Stadt erreicht. Die Feldkircher Innenstadt ist heute deutlich besser vor Hochwasser geschützt, gleichzeitig wurde zentrale Infrastruktur rund um die Ill erneuert und aufgewertet. Dass ein Projekt dieser Größenordnung erfolgreich umgesetzt werden konnte, ist dem engagierten Einsatz aller Beteiligten zu verdanken. Mein besonderer Dank gilt aber auch den Feldkircherinnen und Feldkirchern, den Anrainern und den Betrieben für ihre Geduld und ihr Verständnis während der mehrjährigen Bauarbeiten“, betont Bürgermeister Manfred Rädler.

Mehr Raum für die Ill, mehr Sicherheit für Feldkirch

Durch die Aufweitung der Kapfschlucht sowie den Neubau der Heilig-Kreuz-Brücke und der Montfortbrücke kann die Ill heute deutlich größere Wassermengen sicher durch die Stadt Feldkirch abführen. Dadurch erhält die Feldkircher Innenstadt einen zeitgemäßen Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser (HQ100).

Von diesem Schutz profitieren nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner der Innenstadt, sondern auch zahlreiche Betriebe sowie die historische Altstadt. Ohne die umgesetzten Maßnahmen könnte ein 100-jährliches Hochwasser direkte Schäden von rund 90 Millionen Euro verursachen.

Die Bedeutung des Projekts reicht damit weit über die einzelnen Baumaßnahmen hinaus. „Der Abschluss des Projekts Kapfschlucht hat große Bedeutung für die Hochwassersicherheit Feldkirchs. Der Schutz unserer Bevölkerung und unserer Infrastruktur vor Naturgefahren hat für das Land Vorarlberg höchste Priorität. Daher unterstützen wir solche zukunftsweisenden Projekte. Denn Investitionen in den Hochwasserschutz sind Investitionen in Sicherheit, Lebensqualität und unseren Standort“, sagt Landeshauptmann Markus Wallner.

Auch der Bund trägt wesentlich zur Finanzierung bei. Wasserminister Norbert Totschnig erklärt: „Der Schutz der Bevölkerung vor Naturgefahren wie Hochwasser ist mir ein großes Anliegen. Daher investieren wir als zuständiges Bundesministerium in ganz Österreich laufend in bauliche Maßnahmen und ökologische Verbesserungen. Für den Hochwasserschutz in Feldkirch stellen wir rund 11,42 Millionen Euro zur Verfügung. Jeder Euro, den wir in Hochwasserschutz investieren, ist eine Investition für mehr Sicherheit, für mehr Ökologie und stärkt auch die regionale Wirtschaft.“

Zwei Bauabschnitte, ein gemeinsames Ziel

Im ersten Bauabschnitt von 2022 bis 2025 wurde die Kapfschlucht aufgeweitet und damit das Flussbett der Ill vergrößert. Neben der Erhöhung der Abflusskapazität wurde die Heilig-Kreuz-Brücke neu errichtet. Zusätzlich entstand eine neue Verkehrsgalerie für Bus-, Rad- und Fußverkehr. Die Kapfstraße und die Ardetzenbergstraße wurden einschließlich der technischen Infrastruktur angepasst.

Im zweiten Bauabschnitt von 2025 bis 2026 stand der Neubau der Montfortbrücke im Mittelpunkt. Die bestehende Brücke wurde abgebrochen und durch ein neues Bauwerk ersetzt. Die neue Montfortbrücke wurde um 0,9 bis 1,4 Meter angehoben, um den Hochwasserabfluss weiter zu verbessern. Gleichzeitig wurden sämtliche Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert sowie die angrenzenden Verkehrsflächen und Grünanlagen neu gestaltet.

28,6 Millionen Euro für mehr Sicherheit

Das Gesamtprojekt wurde vom Wasserverband Ill-Walgau umgesetzt. Fördergeber sind der Bund und das Land Vorarlberg. Die Bauzeit erstreckte sich von 2022 bis 2026, die Gesamtkosten belaufen sich auf 28,6 Millionen Euro. Rund 11,42 Millionen Euro stellt der Bund für den Hochwasserschutz in Feldkirch zur Verfügung.

Das Projekt leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung und ist zugleich eine nachhaltige Investition in die Infrastruktur und Zukunft der Stadt Feldkirch.

Der Wasserverband Ill-Walgau und die Stadt Feldkirch bedanken sich bei allen Beteiligten für ihren Einsatz bei der Umsetzung des umfangreichen Projekts sowie bei den Feldkircherinnen und Feldkirchern, den Anrainerinnen und Anrainern und den Betrieben für ihre Geduld und ihr Verständnis während der mehrjährigen Bauarbeiten.

Abschlussfeier am 26. September

Der erfolgreiche Abschluss des Hochwasserschutzprojektes wird am Samstag, 26. September 2026, bei der Heilig-Kreuz-Brücke in Feldkirch gemeinsam mit der Bevölkerung gefeiert.

Mit der Fertigstellung des Projektes ist ein zentraler Meilenstein für den Hochwasserschutz in Feldkirch erreicht: Die Ill hat im Bereich der Kapfschlucht nun deutlich mehr Raum, um große Wassermengen sicher durch das Stadtgebiet abzuführen – und die Feldkircher Innenstadt ist damit nachhaltig besser vor Hochwasser geschützt.

Zahlen und Fakten

  • Projekt: Hochwasserschutzprojekt Feldkirch
  • Projektbetreiber: Wasserverband Ill-Walgau
  • Finanzierung: Bund, Land Vorarlberg, Wasserverband Ill-Walgau
  • Bauzeit: 2022–2026
  • Gesamtkosten: 28,6 Millionen Euro
  • Bundesmittel: rund 11,42 Millionen Euro
  • Schutzziel: Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser (HQ100)
  • Potenzielle direkte Schäden ohne Maßnahmen: rund 90 Millionen Euro (Kostenbasis 2025)
  • Wesentliche Maßnahmen: Aufweitung der Kapfschlucht, Neubau der Heilig-Kreuz-Brücke und Neubau der Montfortbrücke