PM1 – 29. Philosophicum Lech Anmeldestart & Programm

29. Philosophicum Lech

„Betreutes Denken. Die neue Lust an der Unmündigkeit“

22. bis 27. September 2026 in Lech am Arlberg

Veranstaltungsort: Lechwelten

 

Apps, Bots, Algorithmen, die uns leiten, beraten oder gleich die Entscheidung abnehmen, machen das Leben immer bequemer. Auch beruflich delegieren wir geistige Arbeit zunehmend an die KI. Und digital beförderte Echokammern bieten uns, ebenso unangestrengt, Orientierung und Selbstvergewisserung. Dieser gesellschaftskritische Befund eröffnet zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Referate und Debatten beim 29. Philosophicum Lech. Unter dem Titel „Betreutes Denken. Die neue Lust an der Unmündigkeit“ und der bewährten Intendanz von Barbara Bleisch sowie Konrad Paul Liessmann wird vom 22. bis 27. September 2026 zu einem breit gefächerten Programm nach Lech am Arlberg geladen. Von den Philosophicum Dialogen übers Remus-Impulsforum bis zur Vortragsreihe, mit ausgewiesenen Expert:innen zum jeweiligen Thema, erwartet die Teilnehmenden eine fundierte und perspektivenreiche Erörterung sowie offene Diskussion brisanter Entwicklungen und drängender Fragen. Highlights wie die feierliche Verleihung des Essay-Preises Tractatus sowie die besondere Atmosphäre und Gastlichkeit des Veranstaltungsortes bereichern die Teilnahme am Symposium zusätzlich. Eine Vorschau auf dieses bietet sich am 7. Mai, 19.00 Uhr im Kunsthistorischen Museum Wien bei der Präsentation des Sammelbands der Tagung 2025 und Diskussion der Intendanz mit der Philosophin Lisz Hirn unter dem Titel „Abenteuer des Denkens“. Die Online-Anmeldung zum Philosophicum Lech startet am 27. April 2026 um 09.00 Uhr.  

www.philosophicum.com     

„Wer will, genießt heute die Rundumversorgung, im Denken wie im Leben“, lautet die pointierte Diagnose der Intendanz im Editorial zum 29. Philosophicum Lech, mit Verweis auf die Sirenengesänge der Beeinflusser, Ideologen und Propagandisten. Was die Frage aufwirft, wie es mittlerweile um die Ideale der Aufklärung steht. „Was bedeutet heute noch die Aufforderung von Immanuel Kant, doch den Mut aufzubringen, eigenständig und ohne Bevormundung zu denken? Woher rührt diese freudige Bereitschaft, die eigene Souveränität aufzugeben und sich anderen Instanzen und der KI zu überantworten? Liegt es nur an der schon von Kant kritisierten eigenen Faulheit – oder deutet sich in dieser Absage an die Ideen der Aufklärung ein gesellschaftlicher Wandel an, der unsere hart erkämpften Vorstellungen von unabhängiger Wahrheitssuche, persönlicher Freiheit und demokratischer Politik radikal zur Disposition stellt?“ Über diese und ähnliche Fragen werden beim 29. Philosophicum Lech vom 22. bis 27. September 2026 in Lech am Arlberg Vortragende aus Philosophie, Sozial- und Kulturwissenschaften sowie benachbarten Disziplinen referieren und mit dem Publikum diskutieren.

Philosophicum Dialoge am Dienstag, den 22. September 2026

Zum Auftakt widmen sich die Philosophicum Dialoge am Dienstag, unabhängig vom Jahresthema, wieder einer vertieften kritischen Gegenwartsanalyse. Im Panel 1 um 15.00 Uhr zur Frage „Wie ist die Lage?“ diskutieren der Politikwissenschaftler Claus Leggewie und die Ethnologin Susanne Schröter über aktuelle politische und gesellschaftliche Herausforderungen und Konflikte. Moderiert von Martin Haidinger, wird das Zwiegespräch als Sience Arena auf Ö1 ausgestrahlt. Im Panel 2 um 17.00 Uhr zur Frage „Was ist zu tun?“ erörtern der Philosoph Stefan Gosepath und die Journalistin Anna Schneider, wie wir in Zeiten sich überlagernder Krisen noch Orientierung finden können und inwieweit politisches bzw. persönliches Engagement geboten ist. Moderiert von Simone Miller, wird das Panel in Kooperation mit DLF Kultur als Sein & Streit-Sendung ausgestrahlt und als Podcast nachzuhören sein.

Remus-Impulsforum und philosophisch-literarischer Vorabend am Mittwoch

Am Mittwoch, 23. September um 16.00 Uhr beleuchtet das Remus-Impulsforum anhand der Frage „Selber denken: Ein Konzept von gestern?“ das Jahresthema aus unterschiedlichsten gesellschaftspolitischen Blickwinkeln. Unter Leitung des Journalisten und Moderators Michael Fleischhacker debattieren u. a. der Journalist und Autor Patrick Bahners sowie die Politikwissenschaftlerin und ehemalige Nationalratsabgeordnete Faika El-Nagashi. In Kooperation mit Servus TV wird die Podiumsdiskussion als Talk Spezial Sendung aufgezeichnet und ausgestrahlt. 

Um 18.00 Uhr folgt der philosophisch-literarische Vorabend, bei dem sich diesmal Barbara Bleisch und Konrad Paul Liessmann mit der österreichischen Schriftstellerin Raphaela Edelbauer über die Frage „Wie viel Wahrheit braucht der Mensch?“ austauschen werden.

Feierliche Eröffnung des 29. Philosophicum Lech am Donnerstag

Wie gewohnt erfolgt die offizielle Eröffnung des 28. Philosophicum Lech am Donnerstag, den 24. September um 16.00 Uhr durch den Bürgermeister von Lech Gerhard Lucian. Es folgen die Festreden vom Obmann des Vereins Philosophicum Lech Ludwig Muxel und des Landeshauptmanns von Vorarlberg Mag. Markus Wallner. Im Anschluss wird der Auftakt zur Vortragsreihe erstmals von der Intendanz gemeinsam bestritten. An die Stelle des klassischen Einführungsvortrags tritt ein Streitgespräch zwischen Barbara Bleisch und Konrad Paul Liessmann in locker-heiterem Ton, durchaus lehrreich und vertiefend, zugleich gegenwartsdiagnostisch und pointiert, zum Titel Betreutes Denken. Die neue Lust an der Unmündigkeit.

Die Referierenden und Vorträge des 29. Philosophicum Lech auf einen Blick:

Eröffnet wird die Vortragsreihe am Freitag, den 25. September, um 09.30 Uhr vom Schriftsteller, Philosophen, Publizisten und Moderator Richard David Precht (Berlin) mit dem Thema „Illiberaler Liberalismus? Freiheit verteidigen als Paradox“. Um 10.45 Uhr stellt sich dann die Philosophin Marie-Luisa Frick (Innsbruck) der Frage „Mündigkeit: ein dorniges Ideal?“. Die anschließende Publikumsdiskussion mit den beiden Vortragenden um 11.30 Uhr wird von Barbara Bleisch moderiert, die sich in dieser Funktion mit Konrad Paul Liessmann und Karl Gaulhofer, stellvertretender Ressortleiter im Feuilleton der Tageszeitung Die Presse, abwechseln wird. Am Nachmittag um 16.00 Uhr hält der Erziehungswissenschaftler Roland Reichenbach (Zürich) das Referat „Urteilen im Reich der Meinungen – Über Beredsamkeit und Bildung“, gefolgt vom Vortrag der Philosophin Romy Jaster (Berlin) unter dem Titel „Betreutes Selberdenken – Vernunft im Zeitalter des Desinformation“.

Am Samstag, den 26. September, um 09.30 Uhr richtet die Rechtswissenschaftlerin und -philosophin Frauke Rostalski (Köln) in ihrem Vortrag den Fokus auf „Die vulnerable Gesellschaft – Ende der Eigenverantwortung?“. Um 10.45 Uhr wird die Philosophin, Kulturjournalistin und Publizistin Catherine Newmark (Berlin) zum Thema „Autorität und Anstrengung: Zu müde für die Mündigkeit?“ referieren. Nachmittags setzt sich um 16.00 Uhr zunächst der Kulturhistoriker und Amerikanist Michael Butter (Tübingen) mit „Krisen allerorten. Verschwörungstheorien als Symptom“ auseinander. Wonach um 17.15 Uhr die Soziologin Laura Wiesböck (Wien) der Problemstellung „Psychiatrische Diagnosen und der Verlust widersprüchlicher Selbst- und Weltdeutungen“ auf den Grund gehen wird.

Im ersten Referat am Sonntag, den 27. September um 10.00 Uhr beschäftigt sich die Philosophin und Sozialtheoretikerin Anna-Verena Nosthoff (Oldenburg) mit dem Phänomen „Kybernetischer Autoritarismus. Über digitale Regierungskünste im Zeitalter des Techno-Faschismus“. Den Schlusspunkt um 10.45 Uhr setzt der Schriftsteller und Philosoph Rüdiger Safranski (Badenweiler) mit seinem Vortrag „Entgeistert. Bemerkungen zur Wirkung der Künstlichen Intelligenz“. Auf die Publikumsdiskussion folgen die Schlussworte mit Ankündigung des Themas im kommenden Jahr und als kulinarischer Ausklang der Vorarlberg Brunch.

Vielfältiges Rahmenprogramm mit Tractatus-Verleihung und zwei Neuheiten

Zu den weiteren bereits bewährten Formaten im Rahmenprogramm zählen die beiden am Donnerstagvormittag zur Wahl stehenden Diskussionsveranstaltungen am 24. September: zum einen um 08.30 Uhr die Exkursion Philosophieren im Kunsthaus Bregenz, wo dessen Direktor Thomas D. Trummermit dem heurigen Referenten Roland Reichenberg diskutieren und anschließend zum Rundgang durch das KUB laden wird. Ein ebenso außergewöhnliches Ambiente eröffnet sich zum anderen bei Philosophieren am Berg mit dem Philosophie Magazin um 09.00 Uhr im Panoramarestaurant am Rüfikopf, wo der Referent Michael Butter in Diskurs mit dem Journalisten und Autor Christoph David Piorkowski treten wird. Als eindrucksstarkes Erlebnis ist auch die Sonderführung zum Skyspace Lech am Freitagabend während des Sonnenuntergangs zu empfehlen – ebenso die Ausstellung „BLENDE AUF! – Der Arlberg in der Fotografie“ des Lechmuseums im Huber-Hus. Zur feierlichen Verleihung des Tractatus – renommierter Essaypreis des Philosophicum Lech – wird Freitagabend, den 25. September um 21.00 Uhr geladen. Die Veranstaltung mit Laudatio, Dankesrede und musikalischer Umrahmung ist öffentlich und als alljährliches Highlight bei freiem Eintritt zugänglich. Dies gilt ebenfalls für das Konzert am Samstag, den 26. September um 21.00 Uhr.

Am selben Tag begehen zwei Neuheiten im Rahmenprogramm ihre Premiere. In Kooperation mit der Plattform für öffentliche Philosophie PhilPublica findet um 14.00 Uhr das Kolloquium zum Tractatus unter dem Titel „Ausgezeichnete Gedanken“ statt – ein Gespräch über den Gewinnertitel mit der Philosophin und Tractatus-Preisträgerin des Vorjahres Eva Weber-Guskar. Spätabends um 23.00 Uhr lädt dann Michael Fleischhacker zum „Philosophieren um Mitternacht“ in die Philosophen-Bar, die sich auch an den anderen Abenden wieder als beliebter Treffpunkt für ungezwungenen Gedankenaustausch präsentieren wird.

Start der Online-Anmeldung und Stipendienvergabe  

Es wird eine frühzeitige Anmeldung – ab 27. April, 09.00 Uhr online – empfohlen. Studierende können sich im Rahmen eines Essay-Wettbewerbs zum Jahresthema für 20 Stipendien bewerben, die u. a. mit Unterstützung der Hilti Foundation von Die Presse und dem Philosophicum Lech vergeben werden und zur kostenlosen Teilnahme an der Tagung inkl. An- und Abreise sowie Nächtigungen berechtigen. Die Bewerbungsfrist läuft bis 30. Juni 2026.

Abenteuer des Denkens. Philosophicum Lech goes Vienna, am 7. Mai 2026

Am 7. Mai 2026, um 19.00 Uhr bietet sich im Kunsthistorischen Museum Wien die Gelegenheit, einen außergewöhnlichen philosophischen Abend mit Buchvorstellung und Vorschau auf das diesjährige Philosophicum Lech zu erleben. Anlässlich der Präsentation des Bandes „Abenteuer. Lob der Unverfügbarkeit“ (bereits im Buchhandel erhältlich) aus der vom Zsolnay Verlag publizierten Buchreihe des Philosophicum Lech mit allen Vorträgen des vorjährigen Symposiums diskutieren Barbara Bleisch und Konrad Paul Liessmann mit der Philosophin und Autorin Lisz Hirn. Dabei werden brennende Fragen des Vorjahres aufgegriffen und zugleich ein Blick auf das diesjährige Programm geworfen. Es ist eine Anmeldung über den Ticketshop des Kunsthistorischen Museums erforderlich. Weitere Informationen auf: www.philosophicum.com/dokumentation/buchpraesentation

Weitere Informationen und Anmeldung zur Tagung ab 27.04.2026, 09.00 Uhr auf  www.philosophicum.com

 

Pressekontakt:

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